Wie er hierher kam
Eine pazifische Krabbe, ein sowjetischer Plan und sechzig Jahre Wanderung nach Westen
In den 1960er-Jahren ausgesetzt, in den 1970er-Jahren etabliert, in den 1990er-Jahren in norwegischen Fjorden angekommen.
Die Geschichte ist kurz und ungewöhnlich gut dokumentiert. Zwischen 1961 und 1969 brachten sowjetische Meeresbiologen Königskrabben aus dem Nordpazifik — aus Kamtschatka und dem Ochotskischen Meer — an die Murmanküste der Barentssee und setzten sie dort aus. Das Ziel war eine neue kommerzielle Fischerei in kaltem Wasser, in dem die Art nie zuvor gelebt hatte. Es funktionierte besser als erwartet.
In den 1970er-Jahren vermehrte sich die Krabbe bereits selbstständig. In den 1990er-Jahren hatte sie norwegische Gewässer rund um den Varangerfjord erreicht, jenen langen Meeresarm, an dem Kirkenes liegt. Von dort zog sie weiter: westwärts entlang der Finnmark, am Nordkap vorbei, in die Fjorde von Troms. Die Königskrabbe in Norwegen ist heute eine selbst tragende Population, die noch zu Lebzeiten der Fischer angekommen ist, die sie nun fangen.
Diese Geschichte erklärt etwas, das Sie auf dem Boot hören werden. Die Crew spricht über die Krabbe wie über einen Neuankömmling, der sich als nützlich erwiesen hat: Sie ist eine eingeführte Art, sie hat den Meeresboden verändert, in den sie vordrang, und sie ist zugleich das wertvollste, was viele kleine Boote in der östlichen Finnmark das ganze Jahr über an Bord holen. Beides ist wahr, und die Guides sagen das offen.
Für Besucher bedeutet das eine praktische Sache: Das ist eine Fischerei, an der Sie teilnehmen dürfen. Norwegen will, dass die Krabbe gefangen wird, und die Touren, bei denen Sie selbst eine Falle hochziehen, sind Teil dieser Politik und nicht ihr Randphänomen.